Kommunale Sportentwicklungsplanung

In der Sportwissenschaft wird die Sportentwicklung als ein breites Forschungsfeld betrachtet, das verschiedene Aspekte der Gesellschaft betrifft. Das Ziel besteht darin, den Sport umfassend zu analysieren, Veränderungen im Sport zu beobachten, Herausforderungen anzugehen und die sich bietenden Beratungsmöglichkeiten zu nutzen.

Die Sportstättenentwicklungsplanung ist Bestandteil des weitergehenden Begriffs „Sportentwicklungsplanung“. In der Praxis werden mit den Begriffen Sportentwicklungsplanung, Sportstättenentwicklungsplanung und Sportstättenplanung Planungshierarchien benannt.  Sportentwicklungsplanung ist das auf das Sportgeschehen und die Sportstätten gerichtete planerische Handeln. Der gesellschaftliche Wandel führt dazu, dass vermehrt auch Aspekte der Organisationsentwicklung berücksichtigt werden.

In den 1960er Jahren wurde der sogenannte "Goldene Plan" eingeführt, ein konzeptionelles und zielgerichtetes Vorgehen zur Entwicklung von Sportstätteninfrastruktur, um den flächendeckenden Bedarf zu decken. Dieser Plan legte den Grundstein für eine Praxiseinführung der Sportentwicklungsplanung, wie sie im "Leitfaden für die Sportstättenentwicklungsplanung" des Bundesinstituts für Sportwissenschaften beschrieben wurde, erstmals veröffentlicht im Jahr 1991 und 2000 aktualisiert. Als weitere Grundlage für die Planung steht das Memorandum in der 2. Auflage zur kommunalen Sportentwicklungsplanung von 2018 zur Verfügung, das relevante Aspekte der Sportentwicklungsplanung abdeckt.

Die veränderten Rahmenbedingungen erfordern eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Angesichts der sich veränderten Bedingungen ist das konzeptionelle Vorgehen stetig weiterentwickelt worden.

Abb. 1 Entwicklungslinie der Sportentwicklungsplaung

Eine Sportentwicklungsplanung ist ein zielgerichtetes methodisches Vorgehen, um die bestehenden Rahmenbedingungen für den Sport zu erfassen und eine Optimierung der Sportlandschaft zu erreichen. Das Modell stellt den Planungsprozess für die kommunale Sportentwicklungsplanung vereinfacht dar. Die Auftraggeber formulieren in der Auftragsklärung Problemlagen, um ein individuelles methodisches Vorgehen zur Lösungsfindung festzulegen. Jeder Planungsprozess ist als eigenständiges und langwieriges Verfahren zu verstehen. In der Regel erfolgt zu Beginn eine Bestandsanalyse, bei der Sport- und Bewegungsräume sowie Sport- und Bewegungsangebote identifiziert werden. Die Bedarfsanalyse kann, abhängig von der Fragestellung im Erhebungsgebiet, verschiedene Analysen umfassen. Die Formulierung von Maßnahmenempfehlungen erfolgt normalerweise in einem kooperativen Prozess und mündet in einem ausführlichen Gutachten

 

Abb. 2 Methodisches Vorgehen

Die kommunale Sportentwicklungsplanung in Schleswig-Holstein

Das Land Schleswig-Holstein fördert Maßnahmen für Sport und Bewegung im öffentlichen Raum auf der Grundlage einer Sportentwicklungsplanung. Der Landessportverband unterstützt die Mitgliedsverbände und -vereine beratend bei der Vorbereitung und Durchführung eines Sportentwicklungsprozesses. Insgesamt wurden seit 2004 in Schleswig-Holstein 55 Planungsprozesse durchgeführt. Die Hauptauftraggeber sind dabei hauptsächlich die Kommunen - Kreise, Städte und Gemeinden. Es gab jedoch auch Ausnahmen, wie die Kreissportverbände Rendsburg-Eckernförde e. V., Steinburg e. V. und Dithmarschen (2020-2021) oder die Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg (2017-2018).  Für die Umsetzung der kommunalen Sportentwicklungsplanung werden vom Auftraggeber externe Fachplanungsinstitute beauftragt.

Forum "Blickpunkt kommunale Sportentwicklungsplanung: Gemeinsam den Sport gestalten!"

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